Biomasseheizung mit Nahwärmenetz

Betriebsbeschreibung
LandSchafftEnergie-Berater Christian Rank, AELF Münchberg
Betrieb Milchviehbetrieb
Fläche 53 Hektar Acker,
23 Hektar Grünland,
14 Hektar Wald
Umsetzungsmaßnahme Biomasseheizung mit einer Leistung von 300 Kilowatt
mit angegliedertem Nahwärmenetz
Regierungsbezirk Oberfranken
Jährliche Emissionseinsparung 109.076 Kilogramm CO2-Äq.

BERATUNGSEMPFEHLUNG UND UMSETZUNG


Ziel
des Projekts ist, sämtliche Holzsortimente aus dem eigenen Wald nachhaltig zu nutzen und das Waldrestholz zu veredeln, indem eine Hackschnitzelheizung (mit einer Leistung von 300 Kilowatt) mit angegliedertem Nahwärmenetz gebaut wird. Das Wärmenetz versorgt insgesamt 14 Anwesen und damit etwa die Hälfte des gesamten Dorfs auf einer Länge von 700 Metern. Im Rahmen einer Dorferneuerung mit einer Grundsanierung der Straßen hat das Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg für die Umsetzung der Maßnahme gesorgt. Die Hackschnitzelheizung wurde in bereits bestehende Gebäude integriert. Die Hackschnitzel werden in einer benachbarten Bergehalle gelagert.

Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und um den Sommerbetrieb effizienter zu gestalten, wurde die Anlage als Zwei-Kessel-Anlage mit jeweils 150 Kilowatt Leistung ausgeführt. In der Heizzentrale wurden zwei Pufferspeicher mit einem Volumen von je fünf Kubikmetern installiert. In den Anschlussobjekten wurden neben der Übergabestation auch noch Pufferspeicher mit jeweils 1.000 Litern Inhalt verbaut. Zur Finanzierung der Hackschnitzelkessel und auch des Wärmenetzes wurde ein Tilgungszuschuss über das KfW-Programm „Erneuerbare Energien Premium“ in Anspruch genommen.

EINSPARBERECHNUNG

Betriebsbeschreibung
CO2-Einsparung pro Jahr 109.076 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Jahr
Installierte Kesselleistung zweimal 150 Kilowatt
Volllaststunden 1.333 Stunden
Erzeugte Wärmemenge pro Jahr 400.000 Kilowattstunden pro Jahr
Anschlussnehmer 14 Anwesen
Länge des Wärmenetzes 700 Meter
Wärmebelegungsdichte 571,4 Kilowattstunden je Trassenmeter und Jahr
CO2-Vermeidung spez. 272,69 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilowattstunde

FAZIT

Da der zukünftige Betreiber sehr engagiert agierte, wurden pragmatische und praxisbezogene Lösungen zielgerichtet umgesetzt. Weil die Wärmeleitungen im Zuge des ohnehin stattfindenden Straßenbaus verlegt wurden (keine separate Baumaßnahme) und die Anschlussquote (mit etwa 50 Prozent) hoch ist, findet das Projekt breiten Zuspruch und wird sehr positiv aufgenommen. Als vorbildlich lässt sich die Kooperation der politischen Entscheidungsträger der Verwaltungsgemeinschaft Dormitz (im Landkreis Forchheim) bezeichnen, die die Realisierung des Projekts zu jeder Zeit konstruktiv unterstützten.