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Agri-Photovoltaik

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien im Stromsektor bis 2030 auf 65 Prozent gesteigert werden soll. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2021 wurde dazu für 2030 ein Gesamtziel von 100 GWp installierter Photovoltaik (PV)-Leistung veranlagt. Aktuell ist in Deutschland eine PV-Leistung von etwa 54 GWp installiert, welche zu etwa 70 Prozent auf Gebäude und weiteren knapp 30 Prozent auf PV-Freiflächenanlagen (PV-FFA) entfällt. Darunter fielen bis zum Beschluss der Bayerischen Staatsregierung zur "Freiflächenverordnung" und der Ausweitung auf sogenannt benachteiligte Gebiete nur PV-FFA für die Stromerzeugung auf versiegelten Flächen, Konversionsflächen, sowie auf Flächen nach dem EEG 2021 in einem 200 Meter breiten Streifen (15 Meter breiter Streifen längs zu Fahrbahn muss für Naturschutzzwecke freigehalten werden) entlang von Autobahnen und Schienenwegen.

Zukünftige Nutzung

Um nicht vermehrt Acker- und Grünlandflächen für den Ausbau von PV-FFA in Deutschland zu nutzen, kann die Agri-Photovoltaik (Agri-PV) zum Einsatz kommen: Dabei werden landwirtschaftliche Flächen doppelt genutzt und die vermeintlich entstehende Landnutzungskonkurrenz von Energie- und Nahrungsmittelerzeugung abgemildert. Das Fraunhofer ISE geht von einem zusätzlich erschließbaren Agri-PV-Potenzial für Deutschland von 53 GWp aus. Die Technik dieser Anlagen unterscheidet sich von einer PV-FFA lediglich dadurch, dass die PV-Module hierbei horizontal oder vertikal aufgeständert werden. Dies macht eine nahezu störungsfreie landwirtschaftliche Bewirtschaftung darunter oder dazwischen möglich. Eine detaillierte Übersicht zum Status quo der Agri-PV erhalten Sie im Leitfaden des Fraunhofer ISE „Agri-Photovoltaik: Chance für Landwirtschaft und Energiewende“, welcher unter anderem praktische Hinweise für Landwirtschaftsbetriebe, Kommunen und Unternehmen bietet. Ein im Frühjahr 2021 veröffentlichter Statusbericht des TFZ Straubing geht zudem differenziert auf die technischen Unterschiede der diversen Agri-PV-Anlageformen ein und berechnet anhand von Fallbeispielen die Wirtschaftlichkeit dieser kombinierten Landnutzung. Handlungsanweisungen, Vorschläge für die zukünftige Förderung und die Benennung offener Forschungsfragen zu Agri-PV komplettieren diesen Statusbericht.

Rechtliches und Förderung

Für Agri-PV-Anlagen die im Außenbereich errichtet werden sollen, gilt zur Zeit gleiches wie für die Errichtung einer PV-FFA: Sie sind keine privilegierten Vorhaben im Sinne des § 35 Abs. 1 BauGB. Somit müssen nach derzeitigem Rechtsstand auch für Agri-PV-Anlagen im Flächennutzungsplan (FNP) die Flächen als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Solarenergie“ oder Ähnliches ausgewiesen werden. Des Weiteren ist eine verbindliche Bauleitplanung nach dem BauGB durch die Gemeinde erforderlich, mit der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans (B-Plan). Darüber hinaus können Agri-PV-Anlagen überall errichtet werden, solange sie nicht eine Förderung nach dem EEG in Anspruch nehmen. Denkbar sind sogenannte Power-Purchase-Agreements (PPAs), also Direktlieferverträge an Unternehmen oder Energieversorger. Wird jedoch eine Förderung nach dem EEG 2021 in Anspruch genommen, so werden nur noch Anlagen unter 100 kWp direkt und fest vergütet. Diese Vergütung speist sich komplett aus dem EEG-Fördertopf. Von 100 bis 750 kWp müssen neue Anlagenbetreiber das Marktprämienmodell mit der Direktvermarktung wählen. Ab 750 kWp ist im Gesetz kein fester Satz eingetragen. Vielmehr muss vor Baubeginn an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur (BNetzA) teilgenommen werden. So werden nur die wirtschaftlich günstigsten Gebote berücksichtigt. Neu erprobt wird ab 2022 die Innovationsausschreibung für Floating-PV-, Agri-PV- und Carport-PV-Projekte, mit einem Ausschreibungsvolumen von gemeinsam 50 MWp.

Beratungsangebot

Wir bei LandSchafftEnergie bieten Ihnen in vielfältiger Weise ein kostenfreies und unabhängiges Beratungsangebot. Der Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf den erneuerbaren Energien und den damit verbundenen Fragestellungen. Neben Fachvorträgen und Online-Vorträgen beraten wir Sie auch gerne individuell. Dabei beantworten wir beispielsweise Fragen zu Anbauempfehlungen zu alternativen Energiepflanzen, Nutzung von biogenen Festbrennstoffen und Förderungen, alternativen Mobilitätskonzepten, sowie Energieeinsparmaßnahmen.