Agrophotovoltaik

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor bis 2030 auf 65 Prozentgesteigert werden soll. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 wurde dazu veranlagt, dass deutschlandweit jährlich Photovoltaik (PV)-Anlagen mit einer Gesamt-Nennleistung von 2.500 MWp neu errichtet werden sollen. Darunter fielen bis zum Beschluss der Bayerischen Staatsregierung zur "Freiflächenverordnung" nur Freiflächen-Solarparks (FFA) für die Stromerzeugung auf versiegelten Flächen, Konversionsflächen, sowie auf Flächen in einem 110 m breiten Streifen entlang von Autobahnen und Bahnstrecken.

Zukünftige Nutzung

Um nicht weitere Acker- und Grünlandflächen für den PV-Ausbau in Deutschland zu verbrauchen, kann die Agrophotovoltaik eingesetzt werden. Damit wird dank der Doppelnutzung von landwirtschaftlichen Flächen der Landnutzungskonkurrenz von Energie- und Nahrungsmittelerzeugung entgegengewirkt. Das Fraunhofer ISE geht von einem zusätzlich erschließbaren APV-Potenzial für Deutschland von 53 GWp aus.
Die Technik dieser Anlagen unterscheidet von einer FFA nur durch die horizontale oder vertikale Aufständerung der PV-Module, die eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung darunter oder dazwischen ermöglicht.

Förderung

Für APV-Anlagen, die im Außenbereich errichtet werden sollen, ist generell eine gemeindliche Bauleitplanung erforderlich. Darüber hinaus können APV-Anlagen überall errichtet werden, solange sie nicht eine Förderung nach dem EEG in Anspruch nehmen. Denkbar sind sogenannte Power-Purchase-Agreements (PPA), also Direktlieferverträge an Unternehmen oder Energieversorger. Wird jedoch eine Förderung nach dem EEG 2017 in Anspruch genommen, so werden nur noch Anlagen unter 100 kWp direkt und fest vergütet. Diese Vergütung speist sich komplett aus dem EEG-Fördertopf. Von 100 bis 750 kWp müssen neue Anlagenbetreiber das Marktprämienmodell mit der Direktvermarktung wählen. Ab 750 kWp ist im Gesetz kein fester Satz eingetragen. Vielmehr muss vor Baubeginn an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilgenommen werden. So werden nur die wirtschaftlich günstigsten Gebote berücksichtigt.

Beratungsangebot

Wir bei LandSchafftEnergie bieten Ihnen in vielfältiger Weise ein unabhängiges und kostenneutrales Beratungsangebot. Der Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf den erneuerbaren Energien und den damit verbundenen Fragestellungen. Neben Fachvorträgen und Webinaren beraten wir Sie auch gerne individuell. Dabei beantworten wir Fragen zur Flexibilisierung von Biogasanlagen, Anbauempfehlungen zu alternativen Energiepflanzen, Förderungen oder der neuen Düngeverordnung.