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Roland Zieher, Illenschwang (Mittelfranken)

Betriebsbeschreibung

Betriebsbeschreibung
Betrieb Ackerbau und Fressererzeugung
Fläche 177 Rinder
70 Hektar Ackerbau
Maßnahmen zur
Energieeinsparung und
zur effizienteren Nutzung
• Miscanthus-Anbau zur thermischen Nutzung
• Kombi-Biomassekessel
• Luft-Luft-Wärmetauscher und Frequenzsteuerung in der Lüftungsanlage
• Umrüstung auf LED-Beleuchtung
Regierungsbezirk Mittelfranken
LandSchafftEnergie-Berater Hermann Willfahrt, AELF Uffenheim

Maßnahmen und Umsetzung

Der Familienbetrieb Zieher in Mittelfranken bewirtschaftet ca. 70 Hektar mit Ackerbau und einer Fresseraufzucht mit insgesamt 177 Rindern. Darüber hinaus verpachten die Ziehers jährlich im Sommer einen Teil ihres Ackers an das Summer Breeze Festival.

Alle Mitglieder der Familie Zieher sind leidenschaftliche Energieoptimierer. In den letzten 20 Jahren wurden Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude und Stall umfangreich energetisch saniert. Nachhaltig genutzte, sparsam verwendete und im Betrieb selbst bereitgestellte Energie wird bei allen Arbeitsschritten sowie im täglichen Leben mitgedacht: Wenn die Sonne günstig für die Photovoltaik-Anlagen steht, wird beispielsweise die Waschmaschine eingeschaltet oder die elektrische Motorsäge geladen.

Energieeffizienz und Einsatz Erneuerbarer Energien

Um Energie zu sparen und effizienter zu nutzen, wurden im Wohnhaus Außenwände, Kellerdecke und Dach umfangreich gedämmt. Außerdem sind die Fenster in Haus und Stall erneuert und die Wärmeversorgung auf einen neu eingebauten Bio-Kombikessel umgestellt. Die Heizungsanlage wird mit Hackschnitzeln und eigens angebauten Miscanthus betrieben. Haus und Stallungen werden so ressourcenschonend geheizt. Der Wirkungsgrad der Anlage beträgt etwa 77 %. Darüber hinaus werden an ungedämmten Heizungsrohren Handtücher getrocknet oder Schuhe gewärmt, andere wurden selbst isoliert. Durch die Umbauten und vielen kleinen Änderungen, auch beim eigenen Verhalten, spart die Familie etwa 50% der benötigten Wärmeenergie ein. 

Die installierten Photovoltaik-Anlagen erzeugen insgesamt an die 70 kWp Strom. Im Jahr 2004 errichteten die Ziehers die erste Anlage im Dorf – 2007 und 2011 folgten weitere. 2012 wurde eine Eigenverbrauchsanlage mit 8,88 kWp angeschlossen, welche den Hof mit 6.400 kWh pro Jahr versorgt. Etwa 20 % Strom des gesamten Jahresverbrauchs werden so lokal und betriebsintern erzeugt.

Die Bewirtschaftung im Fokus

Auf rund einem Hektar bauen Ziehers Miscanthus an und erwirtschafteten ab dem dritten Anbaujahr einen durchschnittlichen Ertrag von 150 Srm. Das entspricht etwa 6.600 L Heizöl, die durch die energetische Nutzung der Energiepflanze eingespart werden. Auch die Beleuchtung im Stall wurde erneuert. Anstelle der alten Neonröhren mit 58 Watt sind nun LED-Röhren mit 30 Watt installiert. Bei einer durchschnittlichen täglichen Leuchtdauer von 3,5 Stunden werden durch den Tausch 715 kWh pro Jahr eingespart. Auch im Bereich des Wärmebedarfs ist der Betrieb tätig. Für 5-10 % eingesparte Wärmeenergie sorgt ein Luft-Luft-Wärmetauscher im Kälberstall. Außerdem spart die installierte Lüftungsanlage mit Frequenzsteuerung pro Jahr 5.544 kWh. Um den eigenen Ressourcenverbrauch weiter zu mindern und die Energie der Solaranlage effizienter zu nutzen, wurden zwei E-Bikes, ein E-Roller sowie eine E-Kettensäge gekauft.

Fazit/Begründung für Verleihung

Die Familie Zieher leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und bewirtschaftet einen Leuchtturmbetrieb in Sachen Energie und Klimaschutz. Energieverbrauch senken, -effizienz steigern und regenerative Energien nutzen wird hier ganzheitlich gedacht und gelebt. Durch zahlreiche Investitionen, großes Engagement und eine vielseitige Modernisierung des Betriebs zeigen die Ziehers einen vorbildlichen Weg auf. Ein Ende ist nicht in Sicht: die nächste PV-Anlage, ein Nachtspeicher für Strom und ein neues E-Auto sind in Planung.

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