Pflanze des Monats

Amarant (Amaranthus spp.)


Die Gattung Amarant (Amaranthus spp.) zählt wie Quinoa (Chenopodium quinoa) oder Zuckerrübe (Beta vulgaris subsp) zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) und umfasst viele verschiedene Arten. Die bisher in Deutschland zugelassene Sorte zählt zur Art Amaranthus cruentus (Rispen-Fuchsschwanz). Es handelt sich bei Amarant um eine einjährige krautige Pflanze, die bis zu drei Meter hoch werden kann. Als C4-Pflanze betreibt Amarant  Photosynthese höchst effizient und nutzt Wasser so optimal, dass er auch auf trockenen und kargen Standorten bestehen kann. Je nach Sorte können seine Rispenstände, (Blütenstände) die aus vielen kleinen Blüten bestehen, unterschiedliche Farben und Formen haben und damit das allgemeine Landschaftsbild bereichern.

Als eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit (ca. 5.000 v. Chr.) stammt der Amarant hauptsächlich aus den Andenhochländern Bolivien, Peru und Chile – dort werden seine Körner schon immer als kräftigendes Nahrungsmittel geschätzt, was vor allem an seinen hohen Mineralstoff- und Spurenelementgehalten liegt. Zu den derzeit wichtigsten Anbaugebieten zählen vor allem Südamerika, Russland und China.

Im botanischen Sinn ist Amarant jedoch kein Getreide und gehört nicht zur großen Familie der Süßgräser (Poaceae). Er bildet allerdings genau wie Quinoa oder Buchweizen als Pseudocerealie (Pseudogetreide) Körner, die viel Stärke enthalten, und verfügt über getreideähnliche Eigenschaften. Wie Quinoa und Buchweizen wird auch Amarant in Deutschland vor allem als Ganzpflanze für die Biogasgewinnung untersucht. Im Energiepflanzenbau könnte die Kultur künftig die Biodiversität in Biogasfruchtfolgen erhöhen. Da sich viele Spurenelementen in ihrem Substrat (u.a. Kobalt, Nickel, Molybdän oder Kupfer) befinden, kann dies die Prozessstabilität im Biogasfermenter positiv unterstützen und damit die Methanausbeuten erhöhen.

Auf der Grundlage der ersten wissenschaftlichen Anbauversuche mit Amarant als Biogassubstrat lassen sich für die Ganzpflanzennutzung Erträge von etwa 90 bis 100 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar ableiten.

Da das Abreifen der Pflanzen stark von der Witterung abhängt, ist es mitunter schwierig, den optimalen Zeitpunkt der Ernte für die Siloreife bei einem TS-Gehalt von 28 Prozent zu bestimmen. Dies kann dazu führen, den Einsatz von Amarant als Ko-Substrat oder für die Mischsilierung mit Energiepflanzen wie Mais mit höheren TS-Gehalten zu präferieren. So kann die durch Berechnungen ermittelte Zugabe von bereits 30 Prozent Amarant zu Mais ausreichend sein, um die Mikroorganismen im Fermenter optimal mit notwendigen Spurenelementen zu versorgen.