Pflanze des Monats

Riesenweizengras (Agropyrum elongatum)

Das Riesenweizengras (Agropyrum elongatum) wird häufig auch als Szarvasi-1 (der Handelsname der Hybridgras-Sorte), Ungarisches Riesengras, Hirschgras oder Hohes Weizengras bezeichnet. Es gehört  zur Familie der Süßgräser (Poacae) und ist, wie sich vom Namen herleiten lässt, mit dem Weizen verwandt. Ursprünglich stammt es aus Kleinasien und fand als Futtergras seinen Weg nach Nordamerika und Europa. Unter den klimatischen  Bedingungen in Mitteleuropa gedeiht es sehr gut, ist wärmeliebend und trockentolerant. Es wird bis zu zwei Meter hoch.

Innerhalb der Familie der Süßgräser zählt es zu den C3-Pflanzen und weist eine langsame Jugendentwicklung auf, weshalb es im ersten Anbaujahr nicht genutzt werden kann. Das Riesenweizengras stellt keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht. Im Etablierungsjahr bildet das Gras vor allem die unterirdischen Pflanzenteile aus, sodass es sich erst ab dem zweiten Standjahr ernten lässt. Da es keine besonderen Ansprüche an den Boden hat, kann es auch auf weniger guten Ackerflächen (über 600 Meter über Normalnull) angebaut werden. Mit seinen ausgeprägten und tief reichenden Wurzeln kann es auch auf tiefere Bodenschichten und somit auf größere Wasservorräte zurückgreifen.

Ab dem zweiten Anbaujahr liegen die Erträge für das Riesenweizengras bei etwa 120 bis 200 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar. Dabei wird es zweischnittig im Juni und September geerntet und weist mit TS-Gehalten zwischen 28 bis 30 Prozent eine optimale Silagequalität auf. Seit 2012 wird das Riesenweizengras unter dem Nutzungscode 897 „Sonstige Pflanzen für die energetische Verwertung“ als Dauerkultur eingestuft und lässt sich somit länger als fünf Jahre nutzen, ohne dass die Anbaufläche den Ackerlandstatus verliert. So gibt es unterschiedliche Sorten (z. B. Szarvasi-1, Greenstar oder Alkar), die derzeit verstärkt als Biogassubstrat zum Einsatz kommen und hohe Methanerträge (bis zu 4.000 Normkubikmeter Methan pro Hektar) erzielen können. Grundsätzlich kann es auch als Brennstoff genutzt oder stofflich verarbeitet werden.