Pflanze des Monats

Zottige Wicke (Vicia villosa)

Die Zottige Wicke (Vicia villosa) ist eine einjährige krautige Pflanze. Sie gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), auch Leguminosen genannt und zur Gattung der Wicken (Vicia). Ihr Name beruht auf den zottig behaarten Stängeln und Blättern. Beheimatet ist die Zottige Wicke in Europa, Nordafrika und Westasien und gedeiht als winterharte und trockenresistente Kultur unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas sehr gut. Sie bevorzugt trockene bis mäßig feuchte, humose, sandig-lehmige Böden in halbschattiger bis sonniger Lage.

Die Vicia villosa sticht besonders durch die langgestielten, traubigen Blütenstände ins Auge, die etwa 20 bis 30 Einzelblüten umfassen und zwischen Juni und August blühen. Sie wird bis zu eineinhalb Meter hoch. Als C3-Pflanze besitzt sie eine besondere Eigenschaft: Sie bindet durch Symbiose mit Knöllchenbakterien in den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. Der Vorteil dieser Symbiose liegt für die Pflanze im Erhalt von ausreichend Stickstoff für ihr Wachstum, für die vorhandenen Bakterien im Erhalt von Assimilationsprodukten wie beispielsweise Zucker.

Die Zottige Wicke bietet sich als optimaler Getreidemischungspartner als Winterzwischenfrucht in der Landwirtschaft an. Für die gemeinsame Nutzung als Biogassubstrat fungiert die jeweilige Getreidesorte als Stützfrucht und Biomasselieferant, an welcher die Wicke entlang ranken kann. Im Gegenzug bietet die Wicke mit ihren zahlreichen Blüten ein reichhaltiges Angebot für Blütenbesucher, beeinflusst die Bodenstruktur positiv und bringt kostenlos Stickstoff in das System. Ein prominentes Beispiel ist die Kombination aus Wicke und Roggen, besser bekannt als Wickroggen.

Die Erträge in Kombination mit einem Getreidemischungspartner liegen bei etwa 90 bis 120 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar. Je nach Witterung wird sie Ende Mai bis Anfang Juni einschnittig geerntet. Mit TS-Gehalten zwischen 28 bis 30 Prozent bietet die Zottige Wicke eine optimale Silagequalität für die energetische Nutzung.